Wettarten im Überblick
Stand: August 2026
Wer die Wettarten kennt, liest einen Wettschein wie eine Rechnung und nicht wie ein Rätsel. Diese Seite geht die gängigen Formen durch, rechnet sie in Franken vor und erklärt, wo der Anbieter jeweils seinen Anteil einbehält. Die Sportarten selbst sind unter Sportwetten verlinkt.
Die Grundformen
| Wettart | Bedingung | Charakter |
|---|---|---|
| 1X2 (Einzelwette) | Ein Ausgang trifft zu | Der Ausgangspunkt; überall verfügbar, alle weiteren Formen bauen darauf auf |
| Doppelte Chance | Zwei der drei Ausgänge decken ab | Höhere Trefferwahrscheinlichkeit, entsprechend niedrigere Quote |
| Handicap | Ein Team startet mit einem virtuellen Rückstand oder Vorsprung | Macht ungleiche Paarungen bespielbar; Viertelschritte teilen den Einsatz |
| Über/Unter | Eine Gesamtzahl liegt über oder unter einer Marke | Vom Sieger unabhängig — es zählt der Spielcharakter |
| Kombiwette | Alle Auswahlen treffen zu | Quoten multiplizieren sich, die Marge aber ebenso |
| Systemwette | Mehrere Teilkombinationen laufen parallel | Ein Fehltipp entwertet nicht alles; der Einsatz verteilt sich |
| Livewette | Platziert während des Ereignisses | Bewegliche Quoten, kurze Aussetzer bei Schlüsselereignissen |
Dezimalquoten rechnen
Die Formel ist kurz: Einsatz mal Quote ergibt die Rückzahlung einschliesslich Einsatz. 50 CHF zu einer Quote von 1,80 ergeben 90 CHF, davon 40 CHF Gewinn. Umgekehrt liefert 1 geteilt durch die Quote die implizite Wahrscheinlichkeit — bei 1,80 sind das 55,6 Prozent. Diese Umrechnung ist das nützlichste Werkzeug überhaupt, weil sie eine Quote in eine Aussage übersetzt, die sich mit der eigenen Einschätzung vergleichen lässt.
Wo die Marge steckt
Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Ereignisses, ergibt sich stets ein Wert über 100 Prozent. Der Überhang ist die Marge des Anbieters. Bei einer Zweiwegwette mit Quoten von 1,90 und 1,90 liegt die Summe bei rund 105 Prozent — fünf Prozentpunkte, die unabhängig vom Ausgang beim Buchmacher bleiben. Entscheidend ist die Folge daraus für Kombiwetten: Bei fünf Auswahlen wirkt diese Marge fünfmal hintereinander. Deshalb sind lange Kombinationen die teuerste Art zu wetten, auch wenn die angezeigte Gesamtquote das Gegenteil suggeriert.
Kombi- und Systemwette im Vergleich
Ein Beispiel mit drei Auswahlen zu 1,80, 1,90 und 2,00. Als Kombiwette ergibt das eine Gesamtquote von 6,84: 20 CHF Einsatz bringen bei drei Treffern 136,80 CHF — und bei zwei Treffern nichts. Als Systemwette über zwei aus drei laufen drei Zweierkombinationen parallel; bei 20 CHF Gesamteinsatz entfallen also rund 6,65 CHF auf jede. Treffen zwei der drei Auswahlen zu, wird eine dieser Kombinationen ausgezahlt statt gar nichts. Der Preis dafür ist die kleinere Auszahlung im besten Fall. Die Systemwette ist damit keine bessere, sondern eine flachere Variante — weniger Ausschlag nach oben wie nach unten.
Cash-out
Mit dem Cash-out lässt sich eine laufende Wette vorzeitig zum angebotenen Wert schliessen. Der Betrag richtet sich nach dem aktuellen Spielstand und den Livequoten, enthält aber zusätzlich einen Aufschlag zugunsten des Anbieters. Wer regelmässig frühzeitig aussteigt, bezahlt diesen Aufschlag jedes Mal. Als Notausgang bei einem klaren Wechsel der Lage ist die Funktion sinnvoll, als Reflex nicht.
Einsatzgrösse und Nachvollziehbarkeit
Unabhängig von der Wettart bleibt die Einsatzgrösse die wichtigste Stellschraube: ein bis zwei Prozent des Wettbudgets pro Schein, in Franken vorab festgelegt. Bei 500 CHF Budget sind das 5 bis 10 CHF — konstant, auch wenn eine Auswahl besonders sicher wirkt. Wer die eigenen Scheine mit Datum, Wettart, Quote und Ergebnis festhält, sieht nach einigen Wochen, welche Form tatsächlich funktioniert. Diese Aufzeichnung ist aussagekräftiger als jeder allgemeine Ratschlag. Werkzeuge zur Begrenzung stehen unter Limits und Selbstsperre.